Berichte Senioren Kleve


Die Wasserversorgung gehört in die öffentliche Hand


14.02.2013
IG BAU und SPD in Kleve gegen die Privatisierung des Wassermarktes
Das, das Thema Trinkwasser so interessant werden kann, ahnten die meisten der rund 30 Senioren in der IG BAU und der AG 60 Plus der SPD Kleve vorher nicht. Im Pumpwerk der Stadtwerke Kleve GmbH, mitten im Reichswald, begrüßten der Prokurist Arnold Lamers und Aufsichtsratsmitglied Josef Gietemann (SPD) ihre Gäste aus Partei und Gewerkschaft.

Zunächst spannte Arnold Lamers einen Bogen vom ersten Wasserwerk in Kleve aus dem Jahre 1878 über den ersten Brunnen im Reichswald seit 1958 bis zu dem heutigen Netzgebiet der Wasserversorgung der Stadtwerke Kleve, dass die Stadt Kleve und 
die Gemeinden Bedburg-Hau, Kranenburg, Uedem und Weeze sowie die
Ortsteile Nierswalde und Hülm der Stadt Goch umfasst. Das Wasserleitungsnetz hat insgesamt eine Länge von 915 km Länge und befördert Trinkwasser an über 27.728 Hausanschlüsse der Kunden. Gewonnen wird das Trinkwasser aus den Förderanlagen 
im Reichswald. Das Rohwasser stammt aus neun Vertikal- sowie einem Horizontalbrunnen. Jährlich werden in den Unterhalt des Wasserleitungsnetzes etwa 2 Mio. Euro investiert. Auf die Qualitätssicherung des Klever Trinkwassers legen die Stadtwerke besonderen wert, so werden in einem Jahr im Einzugsbereich der Wassergewinnung über 150 Bodenproben gezogen, Landwirte und Gärtner für den sparsamen Umgang mit Düngemittel entschädigt und die Aufforstung des Reichswaldes mit Laubbäumen unterstützt. „Solche Maßnahmen sind nicht preiswert, aber nachhaltig und kommen daher unseren nachfolgenden Generationen zu Gute“, unterstützt Josef Gietemann diese Investitionen. Doch damit, so befürchtet er, könnte es bald vorbei sein. Die EU-Kommission will, dass sich deutsche Stadtwerke dem europaweiten Wettbewerb stellen. Der zuständige EU-Kommissar fordert die Privatisierung der Wasserwirtschaft. Die IG Verdi läuft bereits Sturm dagegen. „Die Wasserversorgung ist wie bisher, in der öffentlichen Hand am besten aufgehoben, denn Trinkwasser darf man nicht dem freien Markt überlassen“, bezieht der Klever SPD-Vorsitzende Gietemann deutlich Stellung. „In anderen EU-Ländern wie Portugal und England hat die Privatisierung für schlechtere Wasserqualität und höhere Preis gesorgt“, so Gietemann. Darum wird die Klever SPD, am 02.03.13 einen Infostand aufbauen, um Unterschriftenlisten gegen die Privatisierung der Wasserversorgung zu sammeln. Abschließend führte der Bereichsleiter Arnold Lamers die Gäste durch das Pumpwerk und zu einem der neun Brunnen. Lore de Vries (IG BAU) und Heinz Boskamp (SPD,60 Plus) bedankten sich abschließend bei den beiden Referenten für ihren interessanten Einblick in das Thema Lebensmittel Wasser.