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DGB Duisburg: Hände weg vom Mindestlohn!

Der Deutsche Gewerkschaftsbund in Duisburg kritisiert die im CDU-Wirtschaftsflügel aufgekommene Forderung nach Aussetzen der nächsten Mindestlohnerhöhung scharf.Gewerkschaften fordern 12 Euro Mindestlohn als Untergrenze


Duisburg, 28.05.2020
Mit Unverständnis reagiert der DGB-Duisburg auf die aktuelle Forderung, die Erhöhung des Mindestlohns im kommenden Jahr wegen der Coronakrise auszusetzen oder gar den Mindestlohn zu senken.

,,Viele Unternehmen sind von der Coronakrise schwer getroffen. Es gibt viele notwendige Unterstützungsansätze. Aber dies darf nicht über Lohndumping geschehen! Mit Forderungen den Mindestlohn nicht zu erhöhen, schadet man den Unternehmen und den Beschäftigten,“ so die Duisburger DGB-Vorsitzende Angelika Wagner.

Hintergrund der aktuellen Situation ist, dass die Mindestlohnkommission bis Ende Juni eine Empfehlung abgeben muss, wie die Lohnuntergrenze zum 1. Januar 2021 angepasst wird. Sie besteht aus je drei Vertretern der Gewerkschaften und der Arbeitgeber sowie zwei Wissenschaftlern und einem Vorsitzenden. Die Bundesregierung setzt ihre Empfehlungen per Rechtsverordnung um.

Der DGB hält auch und gerade in der Corona-Krise an einer Anhebung des Mindestlohns im kommenden Jahr fest. „Die Beschäftigten brauchen zwölf Euro in der Stunde. Da, wo Arbeitgeber nicht bereit sind, gute Tariflöhne mit den Gewerkschaften zu verhandeln, muss es als untere Haltelinie einen armutsfesten Mindestlohn geben. Das sind 60 Prozent vom Medianeinkommen* der Vollzeitbeschäftigten, zurzeit 12 Euro. Das gilt jetzt, und das muss erst recht nach der Krise gelten“, so Wagner abschließend: „ Menschen müssen von ihrer Arbeit vernünftig leben können und nicht auf staatliche Ergänzungsleitungen angewiesen sein.“

*Das Medianeinkommen – nicht zu verwechseln mit den durchschnittlichen Bezügen – ist das Einkommen, bei dem es genauso viele Menschen mit einem höheren wie mit einem niedrigeren Einkommen gibt.