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Halbjahresbilanz: Duisburger Zoll kontrollierte 48 Prozent mehr Betriebe

Arbeitgeber in Duisburg und am Niederrhein müssen häufiger mit Besuch vom Zoll rechnen

<br />Die Zahl der Zoll-Kontrollen hat im ersten Halbjahr zugenommen. Das berichtet die IG BAU.

Die Zahl der Zoll-Kontrollen hat im ersten Halbjahr zugenommen. Das berichtet die IG BAU. © IG BAU
Duisburg / Niederrhein, 05.10.2017
Risiko für Dumpinglohn-Firmen steigt: In Duisburg und am Niederrhein ist die Gefahr für Unternehmen, bei unsauberen Praktiken vom Zoll erwischt zu werden, erstmals seit Jahren gestiegen. Das zuständige Hauptzollamt Duisburg kontrollierte im ersten Halbjahr insgesamt 816 Betriebe – 48 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allein im Baugewerbe prüften die Beamten der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) 115 Arbeitgeber. Im Fokus dabei insbesondere: illegale Beschäftigung, Lohn-Prellerei und Betrug bei der Sozialversicherung. Das hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mitgeteilt. Die Gewerkschaft beruft sich hierbei auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke (Grüne) an das Bundesfinanzministerium.

Die IG BAU Duisburg-Niederrhein begrüßt die Zunahme der Prüfungen. „Es ist offenbar endlich die Botschaft angekommen, dass sich Schwarzarbeit nur durch mehr staatliche Kontrolle eindämmen lässt“, sagt Bezirkschefin Karina Pfau. So stieg auch die Zahl der Kontrolleure: Beschäftigte die FKS im vergangenen Jahr bundesweit noch 6.865 Beamte, waren es im Juni bereits 7.211, wie aus der Zoll-Auswertung des Finanzministeriums hervorgeht.

Grund zur Entwarnung sieht Pfau jedoch nicht. Nötig seien bundesweit mindestens 10.000 Kontrolleure bei der FKS. „Solange eine Zoll-Visite die Ausnahme und nicht die Regel ist, haben Wirtschaftskriminelle ein zu leichtes Spiel“, so die Gewerkschafterin. Dies zeige sich gerade auch in der Baubranche. Hier würde oftmals nicht einmal der vorgeschriebene Mindestlohn gezahlt. So verhängte das Hauptzollamt Duisburg allein für Verstöße gegen den Bau-Mindestlohn im ersten Halbjahr Bußgelder in Höhe von 3.300 Euro.